Denkmale für Deserteure


Denkmale für Deserteure

Außerparlamentarische Debatten, Initiativen, neue Forschung, Denkmale


Überblick über den Beginn der außerparlamentarischen Aktivitäten von „Deserteursinitiativen“

Entsprechende Initiativen entstanden u.a. 1981 in Kassel und 1983 in Bremen. Die Thematisierung der Desertion begann in Kassel bereits 1978 innerhalb eines radikalpazifistischen, linkshumanistischen und grün-alternativen Spektrums 1981 gab das Kasseler Stadtparlament auf Antrag der GRÜNEN eine Dokumentation zu dem Thema in Auftrag, die 1984 von dem Politikprofessor Kammler vorgelegt wurde.

Gegnerschaft zum Nato-Doppelbeschluss als Auslöser der Deserteursdebatte Anlas, sich mit dem Thema Desertion in der Zeit des Nationalsozialismus zu beschäftigen, war ursprünglich die Gegnerschaft zum so genannten NATO - Doppelbeschluss der die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vorsah. In Bremen schloss sich eine Gruppe von Reservisten der Bundeswehr unter dem Namen „Reservisten verweigern sich“ zusammen, die den NATO - Doppelbeschluss ablehnten und ihre Mitwirkung demonstrativ verweigern wollten. In Karlsruhe wurde der Aspekt der Desertion als Form der Kriegsdienstverweigerung von der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) und der Gruppe „Reservisten verweigern sich“ gemeinsam aufgegriffen. Im Oktober 1983 enthüllten sie ein Mahnmal „Dem unbekannten Deserteur“ als Zeichen „gegen die NATO-Strategie des atomaren Erstschlages, gegen die atomare „Nach“rüstung und für eine Kriegsdienstverweigerung in der Tradition der Deserteure in Holland, im Vietnamkrieg, im Golfkrieg, in Afghanistan und in Mittelamerika“.412 Gleichzeitig suchten sie im Rahmen der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Deserteuren nach historischen Bezügen, wobei sich die Frage über den Umgang mit den Wehrmachtsdeserteuren stellte.

Ein Denkmal „Dem unbekannten Deserteur“ war zu diesem Zeitpunkt noch sehr provokativ, da sie der damals herrschenden allgemeinen Auffassung von der Rechtmäßigkeit der Verurteilung wegen Fahnenflucht im Zweiten Weltkrieg widersprach.

Die Deserteursdebatte als Grundlage für die totale Ablehnung von Wehrdienst und Bundeswehr

Die verschiedenen lokalen Initiativen führten weitere Aktionen durch, welche die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf das Thema „Wehrmachtsdeserteure“ lenken sollten. Am 18.10.1986 wurde z.B. im Gustav-Heinemann- Bürgerhaus in Bremen - Vegesack von der Gruppe „Reservisten verweigern sich“ ein Denkmal „Dem unbekannten Deserteur“ aufgestellt.414 Im November 1987 stellte die DFG-VK München vor der Feldherrenhalle ein Denkmal „Den Deserteuren aller Kriege“ auf. Die „Darmstädter Friedenshetzer“ enthüllten ebenfalls im November 1987 eine Stahlplastik „Dem unbekannten Deserteur“. Weitere symbolische Denkmalaufstellungen und Kranzniederlegungen von Gruppierungen wie der Selbstorganisation der Zivildienstleistenden (SOdZDL), „Kontaktstelle Gewaltfreier Widerstand“, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), „Freundeskreis der Wehrdiensttotalverweigerer“ und ähnlicher Gruppierungen folgten in den Jahren 1988-1990.415 Neben dem Eintreten für die Wehrmachtsdeserteure war auch beabsichtigt, „gegen die Ehrung der Nazisoldaten“ an Volkstrauertagen aktiv zu werden. Der Einsatz für die Deserteure war folglich nicht nur mit der Ablehnung der Wehrmachtsoldaten, sondern auch mit der Ablehnung des Militärischen im allgemeinen, der NATO-Politik der Bundesrepublik Deutschland im Besonderen sowie der Bundeswehr als Armee dieses Staates verbunden.

Das im Oktober 1986 in Bremen aufgestellte Deserteur-Denkmal wurde z.B. mit einem NATO-Helm bestückt.417 Zuvor hatten die Reservisten-Verweigerer bereits im April 1986 das Denkmal „Dem unbekannten Deserteur“ enthüllt, dabei symbolisch ihre übergestreiften Bundeswehruniformen von sich geworfen und sich zu „bekannten Deserteuren zukünftiger Kriege“ erklärt.418 In den öffentlichen Auseinandersetzungen ging es daher zunächst nicht allein um die Frage der Bewertung der Desertion in der Zeit des Nationalsozialismus, sondern vor allem auch um die Verknüpfung mit der damals aktuellen Verteidigungspolitik der Bundesrepublik Deutschland als NATO-Mitgliedsstaat, die von den Deserteursinitiativen abgelehnt wurde. Diese Verknüpfung der Deserteursdebatte mit der Ablehnung der Bundeswehr und der NATO war auch der Grund dafür, daß die Auseinandersetzungen „von Beginn an den Stempel eines ideologischen Glaubenskrieges trugen“.
Quelle: Die Rehabilitierung von Deserteuren der Deutschen Wehrmacht unter historischen, juristischen und politischen Gesichtspunkten mit Kommentierung des Gesetzes zur Aufhebung nationalsozialistischer Unrechtsurteile (NS-AufhG vom 28.05.1998).Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Fakultät der Sozialwissenschaften der Universität der Bundeswehr München, Neubiberg, vorgelegt von Frithjof Harms Päuser aus München 2000, S. 119 – 122
http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=974004502&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=974004502.pdf

Heute, 2009, ist festzuhalten, dass sich die Einstellung gegenüber Deserteuren in der Bevölkerung der Bundesrepublik geändert hat. Bereits 1995 „würdigen 36 Prozent der Bundesbürger Soldaten, die „von der Fahne gingen“, als Widerständler, zehn Prozent gar als Helden. Nur noch jeder siebte Bürger (ca. 15 Prozent) sieht Deserteure negativ, kaum jemand noch als vorbestrafte Kriminelle“. (Das Parlament, Nr. 50, 1995, S. 15)

Literatur
Wolfram Wette (Hg.): Deserteure der Wehrmacht. Feiglinge – Opfer – Hoffnungsträger? Dokumentation eines Meinungswandels. Essen 1995.

S.a. Artikel von Norbert Fischer bzw. Vortrag.

Denkmale bzw. Gedenkplatten für Deserteure

Arnstadt in Thüringen
http://www.kunsthalle-arnstadt.de/ger/kuenstl/nico.htm
Berlin-Charlottenburg
Denkzeichen zur Erinnerung an die Ermordeten der NS-Militärjustiz am Murellenberg
Das Denkmal ist an einem historischen Ort angebracht, der ehemaligen Wehrmachterschießungsstätte Ruhleben am Murellenberg, wo 1944-1945 über 230 Menschen, v.a. Wehrmachtangehörige, wegen Fahnenflucht oder Kriegsdienstverweigerung erschossen wurden
http://www.denkzeichen-am-murellenberg.de/deserteure_denkzeichen.html
http://www.taz.de/index.php?id=archivseite&dig=2001/03/03/a0171

Bernau
Seit 1998 gibt es in Bernau (bei Berlin) ein Denkmal für Deserteure und Verweigerer, das an die pazifistische Haltung vieler Deserteure erinnert. Auf einem Bronzerelief zeigt das Denkmal einen gefesselten Menschen mit verbundenen Augen vor einer Wand mit Einschüssen. Eingeritzt steht auf der Wand: „Weil er nicht töten wollte“. Auf der davor im Boden eingelassenen Tafel heißt es:

„Gewidmet allen Deserteuren und Verweigerern,
deren Heimat die Mutter Erde ist,
die im Feind den Menschenbruder erkennen,
die statt auf Generäle auf den Befehl ihres Gewissens hören,
die nicht an Ideologien, sondern am Leben hängen,
deren Angst kleiner als ihre Liebe ist.“

Bernau 15. Mai 1998
http://www.offenehuette.de/denk.htm

Bonn
Das Denkmal wurde 1988/89 vom türkischstämmigen Bildhauer Mehmet Aksoy im Auftrag des Bonner Friedensplenums geschaffen. Es durfte damals aufgrund des Widerstandes der Stadt Bonn jedoch nicht aufgestellt werden und wurde nur für eine Stunde auf einem Tieflader enthüllt.

Auf Betreiben des Freundeskreises der Wehrdiensttotalverweigerer kam dann das Denkmal 1990 in die Bonner Partnerstadt Potsdam (weiter s. dort).
http://www.deserteur-denkmal.de/
Braunschweig
(Bild: http://de.wikipedia.org/wiki/Fahnenflucht#Denkmale_f.C3.BCr_Deserteure )

Die Versuche, in Braunschweig ein Deserteurdenkmal zu errichten, sind ein krasses
Beispiel für einen gesellschaftlichen Verdrängungsprozess – von der verweigerten Erinnerung bis zur administrativen Verhinderung und weiter bis zur offenen Aggression.

Hiervon soll nachfolgend berichtet werden.

Im September 1989 wurde auf dem Platz: Alte Frankfurter Straße/ Bergfeldstraße (im südwestlichen Ringgebiet) ein Friedensdenkmal enthüllt: ein aus Beton geformtes Friedenszeichen (Kreis mit umgekehrter Lebensrune), auf dem Rand des Kreises "für den unbekannten Deserteur", am Kreis und teilweise auf dem Kreis liegend eine stilisierte Menschengestalt mit gebrochenem Gewehr in den Händen und mit den Abdrücken von Stiefeltritten auf dem Rücken. Dies Denkmal sollte der Stadt geschenkt werden. Die Stadtverwaltung wollte es entfernen lassen. So kam es auf den Hof der Hochschule für Bildende Künste (HBK). Es wurde bald darauf zerstört: zunächst die Tonfigur, im November dann auch der Beton-Kreis.

Der zweite Anlauf, am 1. September 1990, überstand nicht einmal diesen Tag. Ein von Studenten der HBK aus Stahlschrott gefertigte stilisierte hockende Gestalt (Metallstreifen und Ketten verschweißt) wurde bei der Antikriegstags-Demo mitgeführt und bei der Schlusskundgebung der Stadt Braunschweig „geschenkt", die dieses Werk noch am selben Tag entsorgte.

Der dritte Versuch (August/September 1992) stand im Zusammenhang mit der Inhaftierung des Totalverweigerers Alexander von Lünen und seiner Arrestierung in Goslar. Der Braunschweiger Bildhauer Rainer Scheer (ebenfalls Totalverweigerer) fertigte zum 1.9.1992 ein Mahnmal, einen achteckigen "Kissenstein" aus Kalkgestein, das auf der Oberfläche figürlich dargestellt ein gebrochenes Gewehr zeigt, dazu ein umgedrehter Stahlhelm und zwei Soldatenstiefel: Symbole des vom Desertierenden "abgelegten" Soldatentums. Diese Skulptur ist dann auch noch Gegenstand des vierten und fünften Versuches. Bei einer Kundgebung vor dem Goslarer Rathaus in Gegenwart von ca. 30-50 Interessierten und einer größeren Anzahl von Touristen wurde in einer Rede auf die Kontinuität der politischen Justiz in Deutschland hingewiesen, zusammen mit einem Überblick über die Entwicklung des KDV-Rechts und des Umgangs mit Radikalpazifisten.

Alexander von Lünen verdeutlichte den Unsinn von Bundeswehr-Arrest. Eine öffentliche Verhaftung wurde seitens der dafür Verantwortlichen vermieden. Bei dem nachfolgenden Demo-Zug zur Goslarer Kaserne kam es zur Festnahme. Das Mahnmal wurde vor dem Rathaus stehengelassen, von der Stadt aber gleich am nächsten Tag entfernt und auf den städtischen Bauhof gebracht. Dort blieb es, bis der Verwaltungsausschuss den Verbleib des Mahnmals in Goslar ablehnte. (Der Kulturausschuss befasste sich erst gar nicht mit dem Thema, weil es sich ja um ein politisches Werk handle. Im Dezember konnte der Bildhauer Scheer sich das Werk wieder abholen.

Die "vierte Szene" dann zum 1. September 1993 – diesmal wieder in Braunschweig. "Keine Kriegseinsätze in Somalia und anderswo" war das Motto. Darum begann der Demo-Zug am "Kolonialkriegerdenkmal" im Stadtpark. Die o.g. Mahnmal-Skulptur (Goslar) wurde auf einem Rollwagen mitgeführt und sollte bei der Schlusskundgebung auf dem Rathausvorplatz der Stadt übergeben werden. OB Steffens (SPD) und Stadtverordnete waren eingeladen, erschienen aber nicht. Neben dem Gedenken an die Deserteure der Zweiten Weltkriegs wurde auf die Abschiebepraxis deutscher Behörden verwiesen beim Umgang mit Deserteuren aus Ex-Jugoslawien: Ihnen wird kein politisches Asyl gewährt. Die Fortsetzung dann wie in Goslar: Abtransport zum städtischen Bauhof. Allerdings gelang die Rückführung erst nach einer fünfwöchigen Telefon-Odyssee durch die städtischen Ämter und Instanzen, verbunden mit Diffamierungen und Beleidigungen gegenüber dem Besitzer Rainer Scheer.

Beim fünften Versuch zum 1. September 1994 hatte man sich auf die ablehnende Haltung der Stadt eingerichtet und eine Aufstellung auf kirchlichem Grundstück vor den Türmen der St. Magni - Kirche vorbereitet. Der Kirchenvorstand hatte dem Vorhaben mit großer Einhelligkeit zugestimmt. So war dann die Szene vor dem Rathaus nur noch ein Vorspiel: Kundgebung gegen Rüstungsindustrie und NATO-dominierte UN-Missionen etc. "Der Umgang der Stadt mit dem Deserteurdenkmal spiegelt den Umgang der Gesellschaft mit den Deserteuren". Man zog zur Magnikirche und setzte den Stein vor dem Westwerk der Kirche ein. Zum Abschluss ein Redebeitrag von Ludwig Baumann (Bremen), Deserteur des Zweiten Weltkriegs, zum Tode verurteilt, "begnadigt" zur Teilnahme in einem "Todeskommando" – und überlebt.

Schon nach 35 Stunden hatte das Denkmal seinen ersten Zerstörungsversuch durchgemacht: Der Helm zerschlagen, der Schriftzug "Den Deserteuren" zerhämmert. Der DGB bemühte sich, eine öffentliche Auseinandersetzung zustande zu bringen, jedoch nahm sich die Braunschweiger Zeitung (örtliche Monopolzeitung) des Themas nicht an. Rainer Scheer konnte aus den Bruchstücken den Helm wieder fertigen. Bis auf Kotspuren blieb die Skulptur unbehelligt. Es kam auch zu positiven Begegnungen: Schulklassen besuchten bei Rundgängen auch diesen Ort. Die Grünen im Rat beantragten eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik und eine endgültige Standortbestimmung für das Denkmal. Der Rat verwies das Thema in die Ausschüsse, was einer geistigen "Entsorgung" gleichkam!

In einer Novembernacht war das Denkmal aus dem Boden gehebelt worden und auf die Strasse gerollt – bei dem Gewicht des Stein kein "spontaner" Unfug. An den Platz zurückgebracht überdauerte das Denkmal aber nicht die Sylvester-Nacht.: In den Frühstunden des 1.1. 1995 wurde es entwendet. Wagenspuren deuteten auf eine gezielte und gründlich vorbereitete Tat hin.

Eine Anzeige gegen Unbekannt wurde erhoben, das Verfahren schließlich eingestellt. Die Zeitung berichtete knapp. (Dies ist der Tatsache zu verdanken, dass die Redakteurin, die damit befasst wurde, sich ihres Vaters erinnerte, der durch Desertion das Ende des Zweiten Weltkriegs überstand.)

Am 12. April 1995, dem 50. Jahrestag des Einmarsches der Alliierten in Braunschweig – und damit der Befreiung der Lagerinsassen und der Inhaftierten, wurde vor den Türmen der Magnikirche am Platz, wo vier Monate lang das Deserteurdenkmal stand, eine Gedenkplatte in den Boden gesetzt: Gebrochenes Gewehr und der Wortlaut: "Hier stand vom 1.9.1994 bis zum 1.1.1995 ein Deserteurdenkmal. Nach zwei Zerstörungsversuchen wurde es am Neujahrsmorgen entwendet. –

>Also seid ihr verschwunden, aber nicht vergessen, niedergeknüppelt, aber nicht widerlegt, zusammen mit allen unbeirrbar auf der Wahrheit Beharrenden uns Mahnung und Beispiel<".

Darunter: "nach Bert Brecht" und den Initialen des Bildhauers "R.S." Das Brecht-Zitat stammt aus einem Gedicht von 1933. Es findet sich auch auf einem Denkmal für Widerstandskämpfer in der Stadt Emden und an der Gedenkstätte bei Peenemünde auf Usedom, Lager "Trassenmoor", für die KZ-Häftlinge, die als "Geheimnisträger" der V2 Produktion dem sicheren Tod entgegensehen mussten.

Diese Gedenkplatte vor der Magnikirche findet stille Aufmerksamkeit.

Das Ansinnen, in Braunschweig ein Deserteurdenkmal zu errichten, das offiziell beachtet, zumindest geduldet wird, war hiermit noch nicht beendet.

Mit dem Verweis in die Ausschüsse hatte der Rat der Stadt das Thema zwar weit fort geschoben, jedoch mussten sich städtische Ämter nun z.B. an der Recherche beteiligen und bei Informationsarbeit behilflich sein. So gelang es dem Friedenszentrum e.V., …„den Sachverhalt zu klären, dass bei den Schiessständen in der Buchhorst, einem Wald bei Riddagshausen, standrechtliche Erschießungen von Deserteuren durchgeführt wurden. Die Leichname wurden dann auf dem alten Garnison-Friedhof am Rebenring/Pockelstraße (nahe der heutigen TU-Mensa) bestattet, z.T. unter der Bezeichnung "unbekannter Soldat"“. Andere Hinrichtungen der NS-Militärjustiz geschahen im Zuchthaus Wolfenbüttel (siehe Gedenkstätte der JVA Wolfenbüttel)

Es bildete sich eine breitere Initiative für die Errichtung eines Deserteurdenkmals. Als Standort wurde der o.g. Garnison-Friedhof ins Auge gefasst, auch eine Jury, eine Wahl und eine Preisverleihung. Aber wieder gelang es nicht, die Öffentlichkeit hinreichend zu motivieren. Am 12.4.1996 war die Preisverleihung. Sie fand im Foyer des Freizeit.-Bildungs-Zentrums Bürgerpark statt. Die Stadt hatte zunächst diese Veranstaltung untersagen wollen (s.o.: Würdigung einer strafbaren Handlung), dann aber doch geduldet.

Den ersten Preis bekam Arne Witt aus Flensburg für eine Skulpturen-Reihe von Beton-Klötzen, wovon einer umgefallen und zerbrochen ist. den zweiten Preis bekam Rainer Scheer für eine mauerartige Steinwand, aus der heraus sich schrittweise menschliche Gestalten lösen. (Das erinnert an Alfred Hrlickas Widerstands-Denkmal vor der Albertina in Wien.) Den dritten Preis bekam Heinke Binder aus Leipzig für die Metallskulptur "Notausgang". Die zwei komplementär gebildeten Figuren erinnern an das Deserteurdenkmal in Potsdam, das ursprünglich für Bonn gedacht war ("Haus der Geschichte"), dort aber in Ungnade fiel.

Zu einer Aufstellung ist es (bislang) nicht gekommen. Ohne größeres Interesse und bei den "Blockaden" durch die Verantwortlichen der Stadt ist das Vorhaben nicht zu schaffen.

So ist der Deserteurdenkmals-Erinnerungsstein an der Magnikirche wohl das angemessene Deserteurdenkmal für die Stadt!.
Aus: http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv/gesch/fs90heintze/Fay-Deserteuren.htm

Bremen
Die Bremische Bürgerschaft hat im März 1987 nach heftigen Diskussionen mit den Stimmen von SPD und Grünen einen Antrag der CDU abgelehnt, das umstrittene Denkmal „Dem unbekannten Deserteur" aus dem Bürgerhaus Vegesack zu entfernen. Das Denkmal, ein in Zement gegossener Kopf mit einem Stahlhelm, war als „Stein des Anstoßes" von einer Gruppe „Reservisten verweigern sich", die sich für eine Totalverweigerung einsetzt, aufgestellt worden.

Das kleine Denkmal ist von rührender Hobby-Ästhetik, ein Säulchen mit Betonkopf im Stahlhelm: Dem unbekannten Deserteur. „Baumann (der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Opfer der NS – Militärjustiz, der in der Nachbarschaft wohnt) streichelt die Stele: Das ist mein Freund. - Sein Freund, obschon so unscheinbar, hat schon einige Ruhe gestört. Baumann erzählt, wann immer Bremens früherer sozialdemokratischer Bürgermeister Klaus Wedemeier auf Ex - Verteidigungsminister Wörner (CDU) getroffen sei, habe der Hardthöhen-Chef verlangt: Das Deserteurs-Ding muss weg, sonst bekommt Bremen keine Rüstungsaufträge mehr!“
http://www.freitag.de/2001/52/01520801.php

Bremen, 1. September 2008:
Anti-Kriegszeichen mit dem Denkmal "Dem unbekannten Deserteur" gesetzt.
Der Bremer Künstler Joachim Fischer stellte sein noch provisorische, fahrbares Denkmal „Dem Unbekannten Deserteur" während eines Demo – Spaziergangs auf einer ersten Station: dem Marktplatz zwischen den rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Friedenskundgebung auf. Der Hauptredner Ludwig Baumann machte seine Zuhörerinnen und Zuhörer betroffen, als er von seinen Leiden in der Haft und den Unterdrückungen des Naziregimes berichtete. Außerdem sprach Dorothea Hoffmann-Behm von der Georg-Elser-Initiative .

Auf der Altmannshöhe in den Wallanlagen, wurde das Denkmal ein weiteres Mal aufgebaut. Dort erinnerte Joachim Fischer an die faschistische Vergangenheit der Altmannshöhe und betonte, dass es höchste Zeit sei, hier endlich „Dem unbekannten Deserteur" ein Denkmal zu setzen. Wieland von Hodenberg vom Bremer Friedensforum berichtete von dem Schriftwechsel mit Bürgermeister Jens Böhrnsen, der es abgelehnt hatte, sich für ein Deserteursdenkmal an zentraler Stelle einzusetzen. Begründung: im Gustav- Heinemann-Bürgerhaus in Vegesack und an der kleinen Weser für Johann Gottlieb Seume stünden bereits entsprechende Denkmäler. Von Hodenberg warb auch für die Aufnahme und Betreuung heutiger Deserteure, „die Sand ins Getriebe aller Kriege werfen und damit zu deren Verkürzung beitragen können..."
Die Reden von Ludwig Baumann (mp3-Datei), von Wieland von Hodenberg und von Joachim Fischer sind abrufbar von http://www.bremerfriedensforum.de.
Die Montagsdemo hat ebenfalls noch einiges Material zum Antikriegstag 2008 zusammengestellt: http://www.bremer-montagsdemo.de/196/reden196.htm.
http://www.bremerfriedensforum.de/archiv/newsletter08_15.pdf

Buchenwald, Gedenkstätte
Gedenkstein für Kriegsdienstverweigerer und Deserteure der Wehrmacht
Grußworte namhafter Autoren, die Ansprache des Leiters der Gedenkstätte Buchenwald, Dr. Volkhard Knigge, die Reden von Dr. Jan Philip Reemtsma und Ludwig Baumann (Vorsitzender der Bundesvereinigung 'Opfer der NS-Militärjustiz').
http://www.eak-online.de/nachrichten/one.news/index.html?entry=page.news.600.2
Cottbus
Hier steht das im Jahre 1845 errichtete und damit wahrscheinlich älteste deutsche Deserteurdenkmal. 1813 wurden dort westfälische Deserteure der napoleonischen Armee erschossen. Auf eine private Initiative hin wurden sie regulär bestattet. Über Jahrzehnte hinweg wurden die Gräber gepflegt. Noch 1845 waren die Erinnerung an die standrechtliche Erschießung und die Empörung darüber so lebendig, daß ihnen ein Grabmal errichtet wurde. Zwar war auf diesem Mahnmal von „Liebe zum Vaterland" und von „Ruhmeshallen" die Rede, doch in Anbetracht des damaligen Zeitgeistes wich die gesamte Gestaltung von der sonst üblichen staatlichen Denkmalspropaganda ab. Damit ist es kein Denkmal, das für Desertion ganz allgemein steht, aber immerhin...
http://www.antimilitaristischer-foerderverein.de/halbe/links/ohneuns.html

Erfurt
In Erfurt wurde 1995 nach heftigen öffentlichen Debatten ein DenkMal für den unbekannten Wehrmachtsdeserteur auf dem Petersberg errichtet. Es stammt vom Erfurter Künstler Thomas Nicolai und besteht aus acht Eisenstelen. In der Mitte befindet sich eine Tafel mit einem Zitat aus dem Werk „Träume“ von Günter Eich: „Seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt“.

Im Kommandantenhaus der Zitadelle Petersberg befand sich seit 1940 das Kriegsgericht 409 ID. der Wehrmacht, das rund 50 Deserteure zum Tode verurteilte und diese in der Nähe des Denkmals erschießen ließ.
http://www.erfurt-web.de/DenkmalDeserteur

Göttingen
Am 1. September 1990 wurde das Steinrelief am sog. "Amtshaus", der ehemaligen Kaserne des Göttinger 82er Regiments, auf dem Hiroshima Platz vom damaligen Oberbürgermeister Arthur Levi enthüllt. Sie trägt den Satz des Schriftstellers Alfred Andersch „Nicht aus Furcht vor dem Tod, sondern aus dem Willen zu leben“. Motiv und Schriftzug der Göttinger Gedenktafel, die den Deserteuren gewidmet ist, beziehen sich auf den Roman "Die Kirschen der Freiheit" von Alfred Andersch, in dem dieser seine eigene Desertion aus der Wehrmacht im Juni 1944 beschreibt.

Göttingen war damit die erste Stadt in der Bundesrepublik, die offiziell eine Gedenktafel setzte gegen die anhaltende Diskriminierung und Kriminalisierung von Deserteuren. Für die Initiatoren des Deserteurdenkmals, die Göttinger Gruppe "Reservisten verweigern den Kriegsdienst", war es - beginnend am sog. Volkstrauertag 1987 - ein langer, drei Jahre währender Weg zum Ziel, mit öffentlichen Aktionen, Auseinandersetzungen mit lokalen aber auch überregionalen Politikern und Medienarbeit.
http://www.goest.de/krieg.htm

Halbe
Wir setzen uns dafür ein, dass anlässlich des 60. Jahrestages der Befreiung vom deutschen Faschismus am 8. Mai 2005 in Halbe (Brandenburg) ein Denkmal für die Wehrmachtsdeserteure errichtet wird. ...
http://www.antimilitaristischer-foerderverein.de/halbe/

Hamburg – Blankenese
Seit Mitte der 1980er Jahre entwickelten Hamburger Friedensgruppen Vorschläge für die Errichtung eines Denkmals, das an die Deserteure des Zweiten Weltkriegs erinnert. Auf Privatinitiative der jungen Künstlerin Andrea Peschel wurde zu Beginn der 1990er Jahre in Blankenese eine Plastik errichtet, die einen Soldaten zeigt, der auf seinen Knien einen Gewehrkolben zerbricht. Anlass war für sie der Ausbruch des Golfkrieges 1991. Das Denkmal steht direkt neben einem Gedenkstein für die Gefallenen des Krieges 1870/71. Aufgrund wiederholter Schändungen sah sich die Künstlerin gezwungen, die Plastik in Acryl nochmals zu gießen und mit einer besseren Verankerung neu zu errichten. Regelmäßig frische Blumen vor dem Denkmal zeugen jedoch von einer Wertschätzung dieses Denkmals.
Das Blankeneser Anti-Kriegs- Denkmal ist Ausdruck des Bestrebens der zweiten Nachkriegsgeneration, niemals in Verbrechen wie dem nationalsozialistischen Angriffs- und Vernichtungskrieg verwickelt zu werden.

Kontakt: Ev.-luth. Kirchengemeinde Blankenese, Mühlenberger Weg 64a, 22587 Hamburg, Tel. 86 62 50-0. Siewert Brandt, Tel. 86 64 23 95.
http://www.antimilitaristischer-foerderverein.de/halbe/links/hamburg.pdf

Hannover
Das „Denk-Mal für den unbekannten Deserteur" wurde am 1. September 1990 von der Friedensbewegung auf dem zentral gelegenen Trammplatz errichtet.

Damit sollte zugleich auf die Totalverweigerung von Arne Witt hingewiesen und eine Basis für die Diskussion über die Desertionsproblematik geschaffen werden.

Im Rahmen des Sommerfestes '90 der Uni Hannover wurde das Konzept des Denkmals umgesetzt. Auf einer Betonplatte von einem Quadratmeter Grundfläche liegen ein hingeworfener Stahlhelm und ein Paar Kampfstiefel. Zu den Kriegsutensilien führen Abdrücke von diesen Stiefeln, während sich Fußabdrücke in eine andere Richtung entfernen - "weg von den Attributen des Militärs" (Arne).

Nach seiner öffentlichen Enthüllung auf dem Kröpke, einem bekannten Platz in Hannover, wurde das Deserteursdenkmal zu seinem Bestimmungsort gebracht, vor das neue Rathaus, wo es der Stadt überreicht wurde. Mit Ausnahme der Grünen waren allerdings keine städtischen VertreterInnen anwesend.
Obwohl das Denkmal gegen die Stimmen der Grünen vom Rat der Stadt abgelehnt wurde, steht es noch vor dem Rathaus. In einem Band über „Hannovers Kunst im Öffentlichen Raum" ist es - negativ - erwähnt.
http://www.antimilitaristischer-foerderverein.de/halbe/links/ohneuns.html
http://ingeburgpeters.blogspot.com/2008/09/denk-mal-den-unbekannten-deserteur.html
http://www.hannoversche-linke.de/archiv/antraege/unbekannterdeserteur.pdf

Karlsruhe
Die Stadt Karlsruhe lehnte eine Aufstellung des 1990 initiierten Denkmales auf öffentlichem Grund ab. Deshalb steht es seit dieser Zeit auf einem Gewerbehof, wo es 2005 restauriert und feierlich wieder eingeweiht wurde.

Der gemauerte Quader ist mit einem Tucholsky-Zitat versehen:

„hier lebte ein mann
der sich geweigert hat
auf seine mitmenschen zu schießen
ehre seinem andenken

kurt tucholsky
für die deserteure"

Neueinweihung 2005
Die Spuren der Zeit machten vor dem Gedenkstein nicht halt. Vermodert, bewachsen und nicht mehr als Denkmal erkennbar, sollte der "Steinhaufen" abgeräumt werden. Es wurde in Eigenarbeit vollständig gesäubert, auf einen gemauerten Sockel gestellt und ein größeres Schriftschild wurde angebracht.

Am Donnerstag, den 17. November 2005 wurde unter Mitwirkung von Ludwig Baumann, dem Vorsitzenden der Bundesvereinigung der Opfer der NS-Militärjustiz, das Denkmal für Deserteure feierlich neu eingeweiht. „ ... auch für die Zukunft, so Baumann, ist solch ein Denkmal wichtig, da sich jeder Soldat fragen muss, wie weit es mit seinem Gewissen vereinbar ist, an einem Krieg teilzunehmen.
http://ka.stadtwiki.net/Deserteurdenkmal

Kassel
Auch in Kassel ging ein langjähriges Engagement der Realisierung der Tafel voraus, die am 9. Mai 1987 am Städtischen Ehrenmal in der Fuldaaue enthüllt wurde. Sie trägt die Inschrift:

„Zur Erinnerung an die Kasseler Soldaten, die sich dem Kriegsdienst für die nationalsozialistische Gewaltherrschaft verweigerten und dafür verfolgt und getötet wurden. Stadt Kassel. Beschlossen von der Stadtverordnetenversammlung am 4. Februar 1985."
http://www.museenkoeln.de/ns-dok/default.asp?s=1376&kontrast=print

Mannheim
Das Denkmal wurde 1987 in München von einer „Spätverweigerergruppe", dem Künstler Stefan von Reiswitz und den Steinmetzen Barbara und Karl Oppenrieder geschaffen und 1993 von der Deutschen Friedensgesellschaft nach Mannheim geholt. Die Inschrift lautet: „Alle Kriege sind verlorene Kriege - den Deserteuren". Auf der Rückseite sind Bronzefiguren aufgebracht, die fliehen, fallen und taumeln und dadurch das einsame und schwere Schicksal von Deserteuren darstellen sollen.

Die Initiatoren wollten das Denkmal der Stadt Mannheim schenken, damit es auf dem Hauptfriedhof aufgestellt wird. Die Stadt lehnt die Annahme des Denkmals ab. Bis 2002 stand es im Garten einer Handwerkergenossenschaft, seit dem 22. Juni 2002 steht es vor einem Buchladen - nach wie vor auf privatem, nicht auf öffentlichem Gelände.
http://www.museenkoeln.de/ns-dok/default.asp?s=1376&kontrast=print

Marburg
Seit Anfang der 1990er Jahre setzten sich Mitglieder der Geschichtswerkstatt dafür ein, dass für die vom Marburger Kriegsgericht verurteilten Deserteure ein Denkmal aufgestellt wird. Hierzu fanden zahlreiche Veranstaltungen statt, die bundesweit Beachtung fanden. Darüber hinaus gab die Geschichtswerkstatt eine Monografie zum Marburger Kriegsgericht heraus. Nachdem das Denkmal eine jahrelange Odyssee an verschiedenen Standorten hinter sich gebracht hatte, wurde es 1999 von der Stadt Marburg in der Frankfurter Straße aufgestellt.
http://geschichtswerkstatt-marburg.de/ueberuns/index.htm

Nürnberg
Die Initiative für ein Deserteursdenkmal in Nürnberg ging von der DFG-VK aus. In einem Schreiben der Gruppe Anfang '89 heiß es:

"Deserteure ... sind Menschen, die eigenverantwortlich handeln. Sie gehen einen Weg in äußerster Not und mit hohem persönlichen Risiko. Sie sollen uns Mahnung und Warnung sein und uns auffordern, dafür einzutreten, dass es nie wieder Krieg gibt."

Das ging vor allem der CSU zu weit. Allein DKP und die Grünen sprachen sich für den Plan aus. Sie konnten lediglich die Benennung der Deserteure des Zweiten Weltkrieges als Opfer der Nazi-Herrschaft am Ehrenmal im Nürnberger Luitpoldhain durchsetzen.
http://www.antimilitaristischer-foerderverein.de/halbe/links/ohneuns.html

Potsdam

(Bild: http://www.deserteur-denkmal.de/frame1.htm)

Das Denkmal wurde 1988/89 vom türkischstämmigen Bildhauer Mehmet Aksoy geschaffen. Ursprünglich wurde es in Auftrag gegeben vom Bonner Friedensplenum. Es durfte damals aufgrund des Widerstandes der Stadt Bonn jedoch nicht aufgestellt werden und wurde nur für eine Stunde auf einem Tieflader enthüllt.

Auf Betreiben des Freundeskreises der Wehrdiensttotalverweigerer kam dann das Denkmal 1990 in die Bonner Partnerstadt Potsdam. Die Stadtverordnetenversammlung hatte mit 100 zu 8 Stimmen für die Aufstellung votiert. Bei der Einweihung waren ca. 1200 Befürworter der Deserteure anwesend. Heute ist das Denkmal integraler Bestandteil des Platzes der Einheit (ehemals Wilhelmsplatz) und steht vis á vis dem Denkmal für die Opfer von Faschismus und Krieg.

Die Kosten für dieses Denkmal wurden im Wesentlichen durch Spenden aufgebracht. Im Laufe der Zeit gab es Verschmutzungen und andere Sachbeschädigungen am Denkmal. Die Stadt Potsdam verpflichtete sich zur Instandhaltung des Denkmals und muss für die Reparaturkosten aufkommen.
http://www.potsdam-abc.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=41386
Schweinfurt
http://www.tonboot.de/einsbiself/agitprop.html

Sievershausen
Das Deserteurdenkmal wurde 1997 von einer Workcampgruppe erbaut und hat eine Größe von 3x5 Metern.
http://www.lokale-friedensarbeit.de/ort200.html

Stuttgart
Seit über 10 Jahren setzt sich die Initiative Deserteur-Denkmal dafür ein, dass in Stuttgart ein solches Denkmal errichtet wird. Alle Anfragen an die Stadt Stuttgart, einen Platz für das Denkmal zur Verfügung zu stellen, sind bis jetzt ablehnend beschieden worden. Die Begründung des Oberbürgermeisters, Stuttgart habe bereits ein Denkmal für die Kriegsopfer, kann nicht überzeugen.

Wir haben weiter die öffentliche Diskussion gesucht und den Kontakt zu Ludwig Baumann, einem der letzten noch lebenden Wehrmacht-Deserteure, gepflegt. Er konnte am 30. August 2008 das Denkmal an einen Ersatzstandort, dem Theaterhaus am Pragsattel, enthüllen. ...
www.deserteurdenkmal-stuttgart.de

Ulm

Die Ulmer Initiative »Jugend für den Frieden«. Engagierte sich für ein Denkmal für Wehrmachtsdeserteure. Die Stadtoberen wollten auch 60 Jahre nach dem Krieg nicht öffentlich an die Männer erinnern, die sich Hitlers Armee verweigerten. Das von Hannah Stütz-Mentzel geschaffene Denkmal stand so jahrelang im Garten einer Ulmerin. Vier junge Leute aus der Stadt engagierten sich, ließen nicht locker. Deserteure seien »Feiglinge oder Verräter«, wurde Domino, Karin, Frederike und Johanna oft entgegenhalten. Das ARD-Magazin »Monitor« unterstützte ihren Einsatz durch einen Beitrag. Danach konnte am 19. November 2005 das Denkmal öffentlich eingeweiht werden.
http://www.ippnw-ulm.de/friedensdenkmal/deserteurdenkmal-ulm.pdf
www.bertha-von-suttner-preis.de
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Pazifismus/deserteure.html


Österreich
Traditionspflege des österreichischen Bundesheeres


Anfrage an den Bundesminister für Landesverteidigung in Österreich betreffend Traditionspflege des österreichischen Bundesheeres im Zusammenhang
mit Widerstand und Verweigerung gegen den Nationalsozialismus ...
http://www.parlament.gv.at/PG/DE/XXI/J/J_03898/fnameorig_000000.html
Wien
In einer Nacht-und-Nebel-Aktion wurde direkt in der Naherholungszone Heldenplatz ein Denkmal zu Ehren so genannter Wehrmachtsdeserteure errichtet
http://www.powi.at/Deserteursdenkmal-am-Heldenplatz

Mobiles Deserteurdenkmal in Österreich

http://homepage.univie.ac.at/ingo.lauggas/txt/huemer.htm

Schweden
Vägershult

In Vägershult in der schwedischen Provinz Smaland (Gemeinde Uppvidinge), wo der Großteil der nach Schweden geflüchteten Wehrmachtsdeserteure interniert war, steht ein von einem Deserteur am Kriegsende 1945 geschaffenes Denkmal; jedoch ist es viermal beschädigt worden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Fahnenflucht


Zurück